Material, Technik und Ausrüstung im Bogensport

Strich

Zur Ausrüstung des Schützen gehören Bogen mit Visier, Pfeile, Köcher, Arm- und Fingerschutz. Außerdem ist eine Spannhilfe um den Bogen zu spannen sehr nützlich. Man unterscheidet zwei Hauptarten von Bögen: den Recurve- und den Compoundbogen. Der Recurvebogen hat seinen Namen von der Form der Wurfarme. Recurve könnte man mit Gegenkurve übersetzen. Moderne Bogen können in drei Teile - das Mittelstück und zwei Wurfarme - zerlegt werden und sind so leichter zu transportieren. Zusammengesteckt bringt es ein Recurvebogen auf eine beachtliche Länge von etwa 1,8 m.

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Compoundbogen

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Recurvebogen

Die Zugkraft kann durch die Wahl der Wurfarme verändert werden. Auch gibt es heute verstellbare Bögen, bei denen die Spannkraft durch spezielle Wurfarmaufnahmen verändert werden kann. Die verwendete Zuglast der Bogensehne liegt bei den gut trainierten Schützen, bei den Männern zwischen 18 und 24 Kilogramm und bei den Frauen zwischen 14 und 20 Kilogramm. Anfänger starten mit einem vergleichsweise sehr geringem Zuggewicht von ca. 5 bis 8 kg.

Beim Compoundbogen gibt es von den Regelwerken Begrenzungen für das maximale Zuggewicht – 60 lbs was ca. 29 kg entspricht. Meistens gibt aber der Körper selber die Limitierung für das Zuggewicht vor. Der Compoundbogen hat einige Elemente mehr als der Recurvebogen, arbeitet er doch mit Übersetzungsrollen ähnlich einem Falschenzug. Die Männer schießen meist Zuggewichte zwischen 25 und 30 kg. Bei den Frauen sind die Zuglasten entsprechend reduziert und liegen bei ca. 20 bis 25 kg.

Der Bogen setzt sich ebenfalls aus mehren einzelnen Teilen zusammen, ist aber durch die aufwendigere Technik nicht ohne Hilfsmittel auf- und abbaubar. Die Gesamtlänge ist wesentlich kürzer ca. 1-1,2 m, und lässt sich somit auch im zusammengebauten Zustand einfach transportieren.
Bei diesem Bogentyp hilft ein Kabelsystem mit Umlenkrollen, die Zugbewegung in den Energieaufbau des Bogens zu stecken. Hat man die Sehne über einen bestimmten Punkt nach hinten gezogen, so benötigt man nur noch rund 50% des eigentlichen Zuggewichts um die Spannung zu halten. Entscheidend ist aber die Rollenform, welche die Spitzenkraft, den Kraftverlauf,  sowie die Lastreduktion, bestimmt.

In der Regel werden diese Bogen mit einem Release, einer Art „Auslösemechanismus“ für die Sehne, geschossen. Dies erleichtert einerseits das Ziehen und reduziert andererseits die Sehnenauslenkung beim Lösen, da die Finger keinen direkten Kontakt zur Sehne haben.

Es empfiehlt sich jedoch mit dem klassischen und Olympischen Bogen die ersten Schritte im Bogensport zu tun. Der Bogen muss entsprechend dem Schützen ausgewählt werden, damit er zu den körperlichen Gegebenheiten passt. Es kann also jeder einen Bogen finden der zu ihm passt.
Zum Bogenschiessen gehören natürlich auch Pfeile, wovon es eine große Auswahl gibt. Karbonpfeile oder auch Karbonpfeile mit einem Aluminium Innenmantel haben Pfeile aus Aluminium oder Holz aus dem Wettkampfsport nahezu verdrängt. Moderne Pfeile erreichen je nach Bogentyp Geschwindigkeiten von bis zu 330 km/h. Viele technische Details sind wichtig damit der Pfeil den Bogen optimal verlässt. Vom öffnen der Finger bis zum lösen des Pfeils von der Sehne vergehen nur wenige Millisekunden – 0,008 bis 0,010 Sekunden.

Der erfahrene Bogenschütze baut sich die Pfeile aus den im Handel erhältlichen, benötigten Teilen, selbst zusammen. Auch die Sehne fertigt er sich selbst an. Die heute verwendeten Sehnengarne wie Fast-Flight, Dynema oder andere hochwertige Kunstfasern sind dem einen oder anderen vielleicht schon mal begegnet. Sie stammen fast alle aus der Raumfahrtforschung und werden in vielen Sportarten verwendet (Segeln, Rennsport, Rennrad, Fallschirmspringen).

Neben Bogen, Pfeilen, Sehne und eventuell einer Stabilisation braucht man noch verschiedene Kleinteile. Einen Fingerschutz für die Zugfinger, einen Armschutz, der den Unterarm des Bogenarmes vor der zurückschnellenden Sehne schützt, und einen Streifschutz, der die Kleidung im Bereich der Bogenschulter eng am Körper hält.

Manche Vereine stellen Anfängern eine Ausrüstung kostenlos zur Verfügung. Ansonsten kann sie gegen eine geringe Gebühr bei Bogengeschäften ausgeliehen werden. Möchte ein Anfänger eine eigene Ausrüstung erstehen, muss er ungefähr 250 Euro ausgeben. Eine wettkampftaugliche Ausrüstung kostet um 500 Euro und ein Spitzenbogen zwischen 1000 - 2000 Euro. Diese Preise sollten allerdings niemanden zu sehr abschrecken, denn die Ausrüstung kann man viele Jahre verwenden. 

Mit einer guten Ausrüstung allein ist es natürlich nicht getan. Wer im Bogensport gute Ergebnisse erzielen möchte, muss viel trainieren und sich fit halten. Das Trainingsprogramm eines Bogenschützen ist recht umfangreich. Konditionstraining sorgt für eine gute körperliche Verfassung. Neben weiteren Trainingsbestandteilen macht das Schiesstraining den größten und wichtigsten Teil des Übungsprogramms aus. Dabei wird die spezielle Kondition erworben und der technische Ablauf des Schiessvorganges perfektioniert. Jede grob- und feinmotorische Bewegung wird in tausenden von Schüssen und Wiederholungen langsam "eingeschliffen". Das Trainingspensum liegt  beim Anfänger und beim ambitionierten Sportschützen bei 2 bis 3 x Training pro Woche. Beim Leistungsschützen beim doppelten Umfang. Aber auch der reine Hobbyschütze kann seine Fertigkeiten durch konsequentes und regelmäßiges Training verbessern.