Wie funktioniert eigentlich ein Bogen?

Strich
Abschuss

Der Bogen besteht aus verschiedenen Teilen. Dem Mittelteil, den Wurfarmen, der Sehne bzw. Kabel mit Rollen und Sehne. Das Arbeitsprinzip ist beim Recurvebogen, sowie beim Compoundbogen prinzipiell gleich.

Der Schütze drückt den Bogen in Richtung zum Ziel, zieht die Sehne zurück in Richtung Gesicht und legt die Hand am Kopf an. Dadurch zieht der Schütze den Bogen auf seine persönliche Länge aus und die Energie baut sich im Bogen auf. Der Schütze muss also erst Kraft aufwenden um Energie zu erzeugen, die beim Lösen der Sehne freigegeben wird.

Die Wurfarme in Verbindung mit ihrer Form beim Recurvebogen und die Wurfarm- und Rollenform beim Compoundbogen definieren den Energieverlauf beim Kraftaufbau und bei der Kraftabgabe, sprich beim Abschuss. Materialkombination von Sehne und Wurfarm beeinflussen ebenfalls das Abschussverhalten. 

Im Prinzip funktioniert der Bogen wie eine Schleuder. Die Wurfarme sind Federn, welche Energie aufnehmen und dann wieder abgegeben. Durch das Spannen des Bogens, werden die Wurfarme verbogen und Energie wird aufgebaut. Beim Lösen hingegen wir die erzeugte Energie blitzartig an den Pfeil abgegeben und in Beschleunigungsarbeit umgewandelt.  

Feder

Feder

Recurve

Recurvebogen

Compound

Compoundbogen

Wie und warum fliegt der Pfeil so genau?

Schleudert man einen Stein oder Speer, unter entsprechendem Muskeleinsatz von sich weg so fliegt der Gegenstand einen hohen Bogen. Schießt man mit einer Kanone eine Kugel ab, so fliegt diese auch einen Bogen bzw. eine Kurve, die aber sehr viel flacher ist als bei einem geworfenen Gegenstand, da durch das Schießpulver sehr viel mehr Energie in wenigen Millisekunden abgegeben wird.

In der Schule hat jeder schon einmal mit einer so genannten Wurfparabel zu tun gehabt. Die Wurfparabel beschreibt die Kurve, der ein Gegenstand bei einem Wurf folgt. Bezieht man nun aber alle Einflussgrößen wie z.B. Luftwiderstand, Wind, Energieverluste etc. mit ein, so spricht man von der ballistischen Kurve oder auch der "Ballistik".

Aber warum trifft der Pfeil so präzise? Es gibt viele Gründe und Punkte die es zu optimieren bzw. zu beachten gibt. Am Anfang ist der Schütze selbst. Nur eine saubere und korrekte Schießtechnik lässt einen exakten Pfeilflug zu. Der Pfeil muss allerdings zum Bogen und zum Schützen selbst passen. Die Pfeilspitze verändert den Schwerpunkt des Pfeils durch ihr Gewicht nach vorne zur Spitze hin. Die Schwerpunktlage, bzw. das Spitzengewicht bestimmt somit die Grundtrimmung.

Ein weiterer Punkt sind die Federn, die am Ende des Pfeils angebracht werden. Zwei bis vier Federn werden am Pfeilende rotationssymmetrisch aufgeklebt. Diese geben dem Pfeil die notwendige Führung in der Luft, wie das Leitwerk bei einem Flugzeug.  Die Federn sind etwas mit Drall versehen und lassen den Pfeil um die eigene Achse rotieren, was die entsprechende Flugstabilität und Präzision ergibt.

Die notwendige Energie zum Flug des Pfeils wird von dem gespannte Bogen durch die nach vorne schnellende Sehne an den Pfeil abgegeben. Der Pfeil wird beschleunigt. Die anfängliche Höchstgeschwindigkeit wird dann, durch den Luftwiderstand, das Einleiten der Rotation via der Federn und das Überwinden der Erdanziehung langsam abgebaut. Das lässt sich auf langen Distanzen recht gut beobachten.

Durch die richtige Materialwahl und dem entsprechenden Abstimmen aller auf den Pfeil einwirkenden Faktoren wird die sehr hohe Schussgenauigkeit erreicht.

Beispiele der verschieden Flugbahnen:

Flugzeug

Flugzeug mit Antrieb

Wurfparabel

Wurfparabel

Ballistische Kurve

Ballistische Kurve

Wie zielt man mit einem Bogen ?

Auch hier gibt es, je nach Bogenart und Kategorie, verschiedene Varianten.

  • Ohne jegliche Hilfe rein instinktiv über die Visualisierung des Bildes (Langbogen)
  • Über die Pfeilspitze und abgreifen der Fingerposition auf der Sehne (Blankbogen)
  • Mit Hilfe von Korn, Hand und Sehnenlage (Olympischer Bogen)
  • Mit Korn und Sehnendiopter – ähnliche dem Gewehr (Compound - Bogen)